Kaufberatung - Kauftipps
Hundekauf ist Vertrauenssache
Tipps zum Kauf eines Staffordshire Bull Terriers
Was Sie wissen sollten, bevor Sie einen Staffie kaufen wollen
Wo informiere ich mich wer Staffies züchtet?
Es gibt viele Informationsquellen: Die beste Adresse ist wohl die Infostelle/Welpenvermittlung des Schweizerischen Staffordshire Bull Terrier Clubs 041 855 50 25 übrigens kann auch eine Nachricht auf dem Beantworter hinterlassen werden oder aber natürlich auch über Email info@ssbtc.ch.
Die Züchter des Schweizerischen Staffordshire Bull Terrier Clubs bemühen sich ernsthaft, einen fröhlichen ausgeglichenen und vor allem gesunden Staffordshire Bull Terrier zu züchten.
Zum Geleit, von Nobelpreisträger Konrad Lorenz.
Was kostet ein Staffordshire Bull Terrier?
Bei seriösen Züchtern die nicht Geld sparen bei Futter, Entwurmen, Impfungen und Sauberkeit der Hunde und Zucht sind die Preise in der Schweiz sehr variabel aber durchschnittlich zwischen Fr. 1800.00 bis Fr. 2500.00.
Natürlich gibt es in jeder Zucht gelegentlich Hunde, die kosmetische Fehler, also nicht ganz so dem Rassestandard entsprechen, welche man gerne auch günstiger an einem wirklich guten Ort platziert.
Preise in der Höhe von Fr. 2500.00 und mehr sind nur gerechtfertigt, wenn es sich um einen zukünftigen Zuchthund bzw. Ausstellungshund handelt. Solche Tiere wiederum werden vorsichtshalber von Züchtern erst mit ca. 8 Monaten verkauft. Dies deshalb, da der Hund doch schon seine zweiten Zähne vorweisen kann und anatomische Defekte auch für den Laienzüchter wie auch Käufer nun sichtbar sind. Danebst sind Richterberichte von Ausstellungen vorhanden, die mehr über die Annäherung zum Rassestandard dieses Junghundes aussagen und somit solche Preise durchaus rechtfertigen.
Handelt es sich dabei um ein ausgewachsenes Tier, mit nachweislichen Siegertiteln und Champion Zertifikaten (sh. Anforderungen für Championate), wachsen die Preise oftmals ins Unübersehbare.
Auf was Sie beim Züchter und Hundekauf achten müssen
In einer guten Zucht finden Sie freundliche aufgestellte Staffies vor.
Bei erfahrenen Züchtern finden Sie Spielzeuge vor, mit denen der Staffordshire Bull Terrier als ehemaliger Rattenfänger seinen Beutetrieb auf natürliche Art ausleben kann. Spielen Sie mit den Welpen mit einem piepsenden Gummitierchen oder Ball. Bedenken Sie bitte, Beute flüchtet, sie greift nicht an, also bitte von den Welpen wegwerfen und nicht entgegen. Fassen Sie die Welpen nicht über die Köpfe und heben Sie diese nicht vom Boden hoch.
Dass Welpen ab 8 Wochen das erste Mal geimpft und mehrmals entwurmt sind, muss als Selbstverständlichkeit gelten. Welpen unter 9 Wochen bieten seriöse Züchter nicht an, dies schon deshalb, da der Impfschutz der Parvovirose erst in diesem Alter das erste mal zuverlässig vorgenommen werden kann.
Gute Staffordshire Bull Terrier Welpen zeigen sich bereits als Welpe mit angehobener Rute, die als Parameter des psychischen Zustandes verstanden werden darf. Nur unsichere oder ängstliche Hunde tragen die Rute zwischen die Beine geklemmt.
Der Rücken des Welpen ist bereits in diesem Alter stabil und ganz gerade wie ein Lineal, hinten nicht höher (überbaut).
Der Welpe sollte die Ohren in Alter von 9 Wochen schon gefaltet haben (gemäss Standard korrektes kleines Rosenohr oder Halbstehohr). Es kann auch sein bei sehr grossen Ohren, dass diese noch hängen (ist vom Standard nicht erwünscht).
Das Fell sollte dicht, glänzend und enganliegend sein. Es sollte weder struppig oder strohig erscheinen.
Fragen Sie den Züchter wieviel Mahlzeiten der Welpe am Tag erhält und was er füttert. Wird nur Milch und Brot gefüttert, sollten sie augenblicklich die Zuchtstätte verlassen. Ein Welpe hat 4 x am Tag gefüttert zu werden und dies mit einer speziellen Welpen Vollnahrung. Milch vertragen die wenigsten Staffies und wenn, dann speziell nur "Buttermilch".
Das Gesicht des Staffordshire Bull Terriers sollte nicht zu lang sein und nicht dackelartig wirken.
Lassen Sie sich die Ahnentafel / Ahnenpass mit der darin ersichtlichen Tätowiernummer des Welpen zeigen und vergleichen Sie diese mit der im Ohr des Welpen. Sie sollten nicht erst immer fragen müssen, sondern der Züchter/in zeigt Ihnen dies alles von alleine. Liegt die Ahnentafel noch beim Stammbuchführer des Vereins, wird Ihnen der Züchter den Wurfanmeldeschein mit diesen Angaben vorweisen. Auf jedem Wurfmeldeschein des Schweizerischen Staffordshire Bull Terrier Clubs finden Sie auch die Bestätigung des Tierarztes, der den guten Gesundheitszustand der Welpen bescheinigen muss. Der Schweizerische Staffordshire Bull Terrier Club hat diese Anforderung als Rassehunde Spezialclub der EHU in der Schweiz und als zusätzlich Sicherheit für den Käufer schon seit Bestehen. Ohne die Unterschrift und den Stempel des Veterinärs auf dem Wurfmeldeschein werden keine Ahnentafeln für Welpen erstellt!
Erfolgreiche Züchter stellen Ihnen gerne das Muttertier vor und dessen Referenzen, also Richterberichte von Ausstellungen, Siegerurkunden oder Zuchtzulassung. Einzige Ausnahme kann sein, wenn das Muttertier eine sogenannte Leihhündin ist, d.h. mit dem Hündinnenbesitzer wird ein Vertrag für die Ueberlassung der Hündin für einen Wurf vereinbart. In der Regel gehen die Hündinnen nach dem Absetzen der Welpen (im Alter von 6 - 8 Wochen) zu ihren Besitzern zurück.
Bevor Sie einen Kaufvertrag unterschreiben und Ihre neue Liebe nach Hause nehmen, zeigt Ihnen ein guter Züchter das Gebiss bzw. die korrekte Zahnstellung. Der Standard gerechte Welpe sollte keinen Vorbiss oder Nachbiss haben (Preisreduktion). Zudem werden die Hoden beim Rüden gezeigt und zwar so, dass Sie nicht erst fragen müssen, ob Sie diese winzigen Dinger selbst kontrollieren dürfen. Allfällige Mängel müssen im Kaufvertrag aufgeführt sein und haben Einfluss auf einen günstigeren Kaufpreis. Falls die Ahnentafel noch beim Zuchtbuch Amt ist, muss im Kaufvertrag vermerkt werden, dass Ihnen diese vom Züchter (Einschreiben) nachgesandt wird.
Lassen Sie sich Futter vom Züchter mitgeben für einige Tage oder kaufen Sie bei Ihm einen Sack. Falls Sie eine Futterumstellung vorhaben, nehmen Sie diese langsam im Zeitraum von ca. 7 Tagen vor. Sie verhüten damit Magen- und Darmstörungen (bis zu chronischen) und verhindern eine allfällige Wachstumsstörung bzw. bleibende Entwicklungsstörung.
Die Unterschiede zwischen verschiedenen Züchtern
Man unterscheidet zwischen Laienzüchter, Hobbyzüchter, Hundezüchter, Hundezüchter à Diskretion, Vermehrer und dem Hundehändler.
1. Der Laienzüchter, hat meistens nur ein oder ev. zwei Zuchttiere und oft eine Zuchterfahrung von noch wenigen Würfen. Gibt sich gerne auch als Liebhaberzüchter aus und schimpft nicht selten über konkurrierende erfolgreichere Hobby- oder grössere Züchter.
2. Der Hobbyzüchter, verfügt über wenig Hunde, betreibt seine Zucht oftmals sehr aufwendig in einer internationalen Zuchtgemeinschaft. Nachweislich erfolgreiche Hobbyzüchter gelten auch als Liebhaberzüchter.
3. Der Hundezüchter verfügt über diverse Zuchttiere und meist eigene Deckrüden. Langjährige züchterische Erfahrung in den meisten Fällen. Betreibt seine Zucht unter der Kontrolle des zuständigen kantonalen Veterinäramtes. Gilt auch als Liebhaberzüchter, solange er nicht mehr als zwei max. drei verschiedene Rassen züchtet.
4. Der Züchter à Diskretion verfügt nach aussen über wenig Zuchthunde, lässt sich kaum in die Karten blicken und steht ausser evt. vereinseigenen Kontrollen kaum unter Beaufsichtigung, hat aber immer viele Welpen ... !?
5. Der Vermehrer deckt seine Hündin gleich um die Hausecke, wo es möglichst nichts kostet. An internationalen Zuchtgemeinschaften uninteressiert. Die kommerziellen Interessen verdrängen das oberste Zuchtgebot, "die Förderung des gesunden Rassehundes". Immer mehr Welpen sind weit entfernt vom rassetypischen Standard oder gar mit anatomischen Defekten behaftet. Referenzen können meist nicht vorgezeigt werden.
6. Der Hundehändler (siehe Liste) verfügt über eine amtliche Lizenz und importiert legal Hunde. Glücklicherweise gibt es davon nur noch wenige in der Schweiz.
7. Hundefabriken mit gewaltiger Massentierhaltung wie sie aus dem Ausland bekannt sind, sind in der Schweiz nicht bekannt.
Die unseriösen Tricks der Züchter
Garantiert mündlich, sogar schriftlich die von Ihnen gewünschte Grösse, im Wissen, dass Sie sich nach einem Jahr nicht mehr von Ihrem Hund trennen können, weil Sie sich an ihn gewöhnt haben.
Drückt Ihnen einen kleinen süssen Welpen in die Arme und sagt dazu: "Solche Babys muss man doch gern haben oder finden Sie nicht". Eine freie Auswahl zum Vergleich unter den Welpen entfällt.
Weist sehr freundlich auf einen Termin hin, obwohl Sie sich telefonisch und unverbindlich angemeldet haben. Das Geschäft soll schnell abgewickelt werden, Anleitungen und Tips zur Pflege, Haltung u. Fütterung entfallen und "das Papier" hat den Besitzer gewechselt.
Das Muttertier kann oder will nicht freiwillig gezeigt werden. Der Verdacht auf illegal eingeschmuggelte Hunde à Diskretion aus Osteuropa oder aber auch Holland, Belgien und Frankreich ist nicht von der Hand zu weisen. Übrigens, seriöse Züchter zeigen mindestens das Muttertier. Die Hunde sind tätowiert und die Tätowiernr. ist in der Ahnentafel eingetragen. Nicht zu vergessen, Elterntiere hören meist auf ihren Namen.
Die Hunde werden Ihnen etwas günstiger dafür ohne Ahnenpass / Ahnentafel (Papiere) angeboten, unter welchem Vorwand auch immer. Hier stimmt ganz sicher etwas nicht, z.B. die zurückbehaltenen Papiere sollen für importierte Welpen wiederverwendet und als selbst gezüchtet verkauft werden.
Beruft sich auf die Papiere (Ahnentafel) und behauptet, diese seien die einzig international anerkannten Papiere auf der Welt. Oftmals soll damit ein weit überhöhter Verkaufspreis erzielt werden. Faktum: Zuerst müsste der Züchter die Vereinsfreiheit in einem demokratischen Rechtsstaat abschaffen, dazu die Grundverfassung des Staates ändern und die Handlungsfreiheit und das Selbstbestimmungsrecht dem Bürger entziehen. Dieses Argument ist sehr weit verbreitet, da sich gewisse kommerziell orientierte Gruppierungen der Suggestion bedienen, es gäbe ein staatliches Monopol für Hunde- Katzen- und andere Kleintier-Verbände. Nicht die Ahnentafel oder die gesellschaftliche Stellung des Züchters entscheidet den tatsächlichen Wert eines Rassehundes, sondern die Sie überzeugende züchterische Leistung bzw. der gezüchtete Rassehund selbst.
Wenn über die Konkurrenzzüchter hergezogen wird, um eventuelle Vergleiche Ihrerseits zu anderen Zuchten auszuschliessen bzw. zu verhindern. Hier sollten Sie aufbrechen und sich die andere Zucht unbedingt ansehen. Hundekauf ist Vertrauenssache, lassen Sie sich nicht täuschen!
Gemäss Artikel 15 der Rahmenzuchtordnung des Schweizerischen Staffordshire Bull Terrier Club werden unseriöse Zucht- und Verkaufsmethoden geahndet.
Für weitere Fragen stehen wir Ihnen gerne unverbindlich zur Verfügung.
Kontaktieren Sie uns, bevor Sie einen Staffordshire Bull Terrier kaufen, wir helfen Ihnen gerne weiter.
Arth, den 01.12.2002
Schweizerischer Staffordshire Bull Terrier Club (SSBTC)